Madelynn von Baeyer erhält Gerda Henkel Grant

28. Mai 2021

Für ihre Forschungen zum menschlichen Einfluss auf die Umwelt entlang der alten Seidenstraße erhält Dr. Madelynn von Baeyer von der Abteilung für Archäologie ein Stipendium der Gerda Henkel Stiftung. Die Ursprünge der Baumkultivierung und die Pflege der Wälder im alten Zentralasien sind weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit.

Eine Karawanserei - eine befestigte Raststätte entlang der alten Seidenstraße, unweit des städtischen Zentrums von Paykend. Hier konnten die Händler ihre Karawanen für die Nacht in einem geschützten Hof unterbringen und sich mit Nahrungsmitteln versorgen.

Madelynn von Baeyer von der Abteilung für Archäologie hat ein Stipendium der renommierten Gerda Henkel Stiftung erhalten, um die sich verändernde Ökologie Zentralasiens von etwa 3000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. zu untersuchen. Ihre Forschung konzentriert sich auf eine Periode, in der die Menschen in diesem Teil der Welt tief in florierende Fernhandelsnetzwerke eingebunden waren.

Eine Obstverkäuferin auf dem Basar in Buchara - Baumfrüchte sind heute und wahrscheinlich schon seit Jahrtausenden ein wichtiger Teil der Wirtschaft Zentralasiens. Die menschlichen Interaktionen mit diesen Bäumen bis zu ihren Ursprüngen zurückzuverfolgen, ist ein wichtiger Aspekt des Projekts.

 

Blick auf neue Ausgrabungen an der Zitadelle des antiken Paykend in Usbekistan. Die Stätte war ein Knotenpunkt der alten Handelsrouten der Seidenstraße und eine blühende Metropole am Rande der Wüste.

Vor der Entstehung der Seidenstraße waren die Völker Zentralasiens durch einen umfangreichen metallurgischen Handel miteinander verbunden. Um durch Verhüttung und Metallverarbeitung die Produkte für diesen Handel herzustellen, nutzten und veränderten die Menschen große Mengen an ökologischen Ressourcen, vor allem Bäume. Das Projekt "Tracing the Ecology of Eurasia" (TREE, „Auf den Spuren der Ökologie Eurasiens) wird Holzkohle-Assemblagen von mehreren Standorten in ganz Eurasien untersuchen, um sich im Laufe der Zeit verändernde ökologische Muster zu dokumentieren und herauszufinden, wie die Bevölkerungen in Zentralasien ihre Baumressourcen in Zeiten intensiven Handels verwalteten.

Dr. von Baeyer nutzt eine gut etablierte, aber in der zentralasiatischen Archäologie wenig genutzte Methode: die Anthrakologie, die Analyse von Holzkohle. Von Baeyer wird die bisher vielfältigste Sammlung von Holzkohle aus Zentralasien untersuchen. Die Holzkohlen stammen von einer Vielzahl von Fundorten, darunter die Seidenstraßen-Drehscheiben Afrasiab, Buchara, Paykend und Panjikent und weisen unterschiedliche Alter auf. Um herauszufinden, ob ähnliche Waldbewirtschaftungspraktiken im gesamten Handelsnetz, das heißt auch in Regionen weit außerhalb Zentralsasiens, angewandt wurden, wird von Baeyer auch eine Eisenverhüttungsstätte aus der persischen Zeit auf dem Gebiet des heutigen Israels untersuchen.

This project will add to the understanding of Central Asian social complexity and history, as well as contribute to burgeoning conversations on how humans have been contributing to their own environmental modifications for millennia. As we face increasing societal precarity due to climate change, it is important to understand the myriad ways humans have affected their environments in the past so that we can develop sustainable solutions for the future.

Dieses Projekt wird zum Verständnis der sozialen Komplexität und der Geschichte Zentralasiens beitragen, aber auch zu den zunehmenden Diskussionen darüber, wie der Mensch seit Jahrtausenden zu seinen eigenen Umweltveränderungen beiträgt. Da wir aufgrund des Klimawandels mit einer zunehmenden gesellschaftlichen Unsicherheit konfrontiert sind, ist es wichtig, die unzähligen Möglichkeiten zu verstehen, wie die Menschen ihre Umwelt in der Vergangenheit beeinflusst haben. Dies kann helfen, nachhaltige Lösungen für die Zukunft entwickeln können.

 

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