Forschungsgruppenleiter

<p><strong><br />Dr. Olivier Morin</strong></p>

Dr. Olivier Morin

E-Mail: morin@shh.mpg.de

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Neuste Publikationen

1.
Olivier Morin and Alberto Acerbi, "Birth of the cool: a two-centuries decline in emotional expression in Anglophone fiction," Cognition and Emotion (2016).
2.
Olivier Morin, "The disunity of cultural group selection," Behavioral and Brain Sciences , e46 (2016).
3.
Olivier Mascaro, Olivier Morin, and Dan Sperber, "Optimistic expectations about communication explain children's difficulties in hiding, lying, and mistrusting liars," Journal of Child Language (2016).
4.
Piers Kelly, "Excavating a hidden bell story from the Philippines: a revised narrative of cultural-linguistic loss and recuperation," Journal of Folklore Research 53 (2), 86-113 (2016).
5.
Olivier Morin, "Reasons to be fussy about cultural evolution," Biology and Philosophy 31, 1-12 (2016).
6.
Olivier Morin, "The disunity of cultural group selection," Behavioral and Brain Sciences , e46 (2016).
7.
Olivier Mascaro and Olivier Morin, "Epistemology for beginners: Two- to five-year-old children's representation of falsity," PLoS One 10 (10), 0140658 (2015).
8.
Olivier Morin, "A plea for "Shmeasurement" in the social sciences," Biological Theory 10 (3), 237-245 (2015).

Forschungsüberblick

Der menschliche Geist kann auf unterschiedlichsten Wegen erforscht werden: während Psychologen ihn im Labor untersuchen, beobachten ihn Ethnographen in ihrer Umgebung. In der Forschungsgruppe Minds and Traditions (The Mint) wird der Blick auf Traditionen gerichtet, um Kognition zu untersuchen. Menschliche Traditionen können als lange Übertragungsketten verstanden werden: überlieferte Legenden, Symbole, Lieder oder Alphabete sind durch die Köpfe von tausenden Menschen  gegangen und wurden durch sie geprägt. In ihrer heutigen Erscheinungsform spiegeln sie folglich gemeinsame Präferenzen und Neigungen dieser Menschen wider. Die Mint-Gruppe wird die Informationen, welche durch die lange Geschichte der menschlichen Traditionen übertragen wurden, nutzbar machen, um kognitive Hypothesen auf neuartige Weise zu testen. Dabei kombinieren wir experimentelle Methoden mit Hypothesen, die aus der kulturellen Evolution gezogen wurden, mit Daten der quantitativen Kulturgeschichte.

Die Mint-Gruppe setzt einen besonderen Fokus auf einen Schlüsselpunkt der kulturellen Tradierung: die Entwicklung grafischer Codes. Alle Menschen sind in der Lage mittels Lauten (oder Gesten) zu kommunizieren und die Informationen in standardisierter Form kodieren. Dabei verwenden sie den gleichen Code auf unterschiedlichsten Gebieten: Wir sprechen dieselbe Sprache vom Kochen bis zur Metaphysik. Bilder bzw. grafische Codes haben die meisten Menschen nicht in der gleichen Weise verwendet: Es gab keinen allgemeinen Standard für grafische Kommunikation. Zwar haben viele Gesellschaften schon vorher grafische Codes verwendet, aber nur ad-hoc und in wenigen Kontexten. Standardisierte Codes haben sich nur langsam entwickelt und wurden zunächst nur von einem engen Kreis genutzt. In der Mint-Forschungsgruppe vereinigen sich Kognitionswissenschaften, linguistische Anthropologie und quantitative Kulturwissenschaften, um gemeinsam Licht auf die Evolution von grafischer Kommunikation zu werfen.


Forschungsprojekte

„Farben-Spiel“-Projekt

Experimente zur Sprachevolution, die wir im Labor oder in Form interaktiver Spiele durchführen, erlauben es uns, zu verstehen, wie sich grafische Codes entwickeln (oder wie ihre Entstehung scheitert). In unserem „Farben-Spiel“-Experiment soll es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gelingen, mithilfe arbiträr gewählter schwarz-weiß Symbole subtile Farbnuancen zu kommunizieren.

Kernteam: Olivier Morin, James Winters, Lidiia Romanova, Thomas Müller, Lisa Jeschke


Message Sticks-Projekt

Australische message sticks sind gravierte Holzstäbe, die von der indigenen Bevölkerung Australiens für die Langstreckenkommunikation genutzt wurden. Ihre außersprachlichen Gravuren waren fast immer begleitet von einer mündlichen Botschaft, die vom  Boten überbracht wurde. Bis zum heutigen Tag konnte das zugrundeliegende System dieser einzigartigen grafischen Codes nicht entschlüsselt/rekonstruiert werden. Dieses Projekt ist eine Kooperation mit dem National Museum of Australia, dem British Museum und einer Anzahl weiterer Institute in Europa, um eine Datenbank [Link https://bravenewwords.info/australian-message-sticks-database/] von Artefakten und ihrer Bedeutung zu erstellen, und so die Fragen hinsichtlich Beschränkungen und Möglichkeiten nicht linguistischer Codes aus vergleichender Perspektive zu beantworten.

Kernteam: Piers Kelly and Olena Tykhostup


Heraldik-Projekt 

Quantitative Studien grafischer Codes stellen eine leistungsstarke Methodik dar, um zu beobachten, wie fest verwurzelte kognitive Präferenzen die Evolution einer visuellen Kultur formen. Für unsere Datenbank mit heraldischen Motiven werden wir Informationen über mehr als 100 000 in einem Format aufbereiten, das für algorithmische Analysen geeignet ist.

Kernteam: Olivier Morin, Helena Miton, Thomas Gray, Liliana Lovallo and Nguyen Giang

 

 

 

 
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