Das Buch

Robert N. Spengler III, Fruit from the Sands: The Silk Road origins of the foods we eat, University of California Press (verfügbar auf Amazon.com).

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Der Autor

Mehr über den Autor: Dr. Spengler ist der Leiter des Labors für Paläoethnobotanik am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Er ist ehemaliger Gastwissenschaftler am Institute for the Study of the Ancient World der New York University und ein Volkswagen- und Mellon Stiftungs-Stipendiat.

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Neues Buch „Fruit from the Sands: The Silk Road Origins of the Foods We Eat” von Dr. Robert N. Spengler III

25. Juli 2019

Alle Pflanzen auf unserem Küchentisch haben eine lange und mysteriöse Geschichte. Bei vielen von ihnen kann man ihre Vorfahren bis zur altertümlichen Seidenstraße zurückverfolgen. Neue archäobotanische Erkenntnisse zeigen, wie der Prozess der Domestikation und Verbreitung dieser Pflanzen erfolgte. Dies wird in Dr. Spenglers neuem Buch dargestellt.
Viele der bekanntesten Früchte, Nüsse, Getreide und Gewürze in unserer Küche lassen sich zumindest teilweise in ihrer Geschichte bis zur alten Seidenstraße zurückverfolgen. Dr. Spengler zeigt die Geschichte vieler Pflanzen auf diesem Bild. Er beruft sich dabei auf historische Quellen und neue archäobotanische Entdeckungen. Bild vergrößern

Viele der bekanntesten Früchte, Nüsse, Getreide und Gewürze in unserer Küche lassen sich zumindest teilweise in ihrer Geschichte bis zur alten Seidenstraße zurückverfolgen. Dr. Spengler zeigt die Geschichte vieler Pflanzen auf diesem Bild. Er beruft sich dabei auf historische Quellen und neue archäobotanische Entdeckungen.

Die Seidenstraße war mehr als nur ein Märchen und wurde von echten Menschen bereist, nicht nur von mystischen Figuren wie Marco Polo. Dr. Robert Spenglers neues Buch untersucht diese Handelsroute, ihre Geschichte und wie es dazu kam, dass sie so einen großen Einfluss darauf hat, was wir heute essen. Die Menschen in Zentralasien befanden sich im Herzen dieses historisch belegten Handels und formten dadurch die unterschiedlichen Kulturen in Europa und Asien mit. Allerdings enthalten nur wenige Geschichtsbücher Informationen zu diesen alten Bewohnern städtischer Metropolen in der Karakum- und Kyzylkum-Wüste, Städten im Zentrum der Kommunikationskorridore. Bewässerte Feldanlagen ernährten diese urbanen Zentren und fügten sich ein in ein Netzwerk der "Karawanserei” sowie Bergdörfer und Anwesen. Organisierte Handelsrouten und etablierte Märkte waren zum Ende des ersten Jahrhunderts vor Christus vorhanden, als in China die Han-Dynastie die Macht übernahm.

Nun kommen immer mehr archäologische Beweise ans Licht, die zeigen, dass die Menschen lange vor dem organisierten Kommerzsystem, dass wir als Seidenstraße kennen, bereits die Verbreitung von Innovationen, Gütern und Ideen durch die Gebirgsausläufer Innerasiens förderten. Die Wissenschaft hat die Völker, die dort lebten, lange übersehen, aber diese haben eine tiefgreifende Auswirkung auf die modern Welt gehabt und darauf, wie das Erbe der Vergangenheit Zentralasiens heute überall um uns herum sichtbar ist.

Usbekische und tadschikische Frauen verkaufen Früchte auf dem Marktbasar in Bukhara, Usbekistan. Ein Großteil dieser Fruchtauswahl wird hier bereits seit Tausenden von Jahren verkauft. Die prähistorischen Ursprünge dieser Früchte und ihre historische Verbreitung werden in “Fruit from the Sands” erklärt. Bild vergrößern

Usbekische und tadschikische Frauen verkaufen Früchte auf dem Marktbasar in Bukhara, Usbekistan. Ein Großteil dieser Fruchtauswahl wird hier bereits seit Tausenden von Jahren verkauft. Die prähistorischen Ursprünge dieser Früchte und ihre historische Verbreitung werden in “Fruit from the Sands” erklärt.

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In seinem neuen Buch erkundet Dr. Spengler das bleibende Erbe dieser historischen Handelsrouten und die kulturelle Verbreitung vor der Seidenstraße durch Zentralasien, verbunden mit der Feststellung, dass viele der bekanntesten Früchte, Nüsse, und Körner in unserer heutigen Küche tatsächliche Zeugnisse dieser Austauschwege sind. Dr. Spengler fasst wichtige Fortschritte im Studium der urtümlichen Getreidepflanzen aus diesem wenig beachteten Teil Eurasiens zusammen. Obwohl es sich um einen großen Fundus an neuen wissenschaftlich generierten Daten handelt, ist das Buch verständlich und und geschrieben um ein breiteres Publikum anzusprechen.

Die zentralasiatischen Ursprünge einiger unserer bekanntesten Früchte und Nüsse

Dr. Spengler zeigt in seinem Buch, dass mehrere bekannte baumartige Nutzpflanzen ursprünglich aus den zentralasiatischen Gebirgsausläufern stammen. Neue archäobotanische und genetische Daten verdeutlichen, dass ein Großteil des genetischen Materials unseres modernen Apfels und der Walnuss aus dieser Region stammt. Genauso stammt die moderne Pistazie aus dem südlichen Zentralasien und dem nordiranischen Plateau. Die historischen Frucht- und Nusswälder dort sind heute größtenteils verloren. Tausende Jahre menschlicher Aktivität hat zu Entwaldung und bedeutenden ökologischen Veränderungen geführt. Wie die Früchte in unserer Küche ist auch die Ökologie Zentralasiens ein Ergebnis der Seidenstraße.

„Fruit from the Sands” nimmt den Leser mit auf eine Reise quer durch die Wüsten und Gebirge Innerasiens bis zu unserem Esstisch. Das Buch verfolgt speziell den mehrere Jahrtausende andauernden Weg von vielen bekannten Getreidepflanzen, Früchte, Nüsse und Hülsenfrüchte, die zwei Kontinente durchquerten.

Obsthändler sind nach wie vor ein häufiger Anblick in der gesamten türkischen und arabischen Welt, welche Westasien, Nordafrika und Südasien einschließen. Viele dieser Händler verkaufen auch heute die gleiche Auswahl an Früchten wie vor 1000 Jahren, mit ein paar Neueinführungen. Dieser Obsthändler befand sich in Marrakesch, Marokko Bild vergrößern
Obsthändler sind nach wie vor ein häufiger Anblick in der gesamten türkischen und arabischen Welt, welche Westasien, Nordafrika und Südasien einschließen. Viele dieser Händler verkaufen auch heute die gleiche Auswahl an Früchten wie vor 1000 Jahren, mit ein paar Neueinführungen. Dieser Obsthändler befand sich in Marrakesch, Marokko
 
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