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Dr. Adam Izdebski
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Georgios Liakopoulos, Ph.D.
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Byzantinische Resilienz: Umweltgeschichte der Oströmer und Osmanen (ByzRes)

Unabhängige Max-Planck-Forschungsgruppe, 2018-2023

Das Römische Reich war eines der am längsten bestehenden vormodernen gesellschaftspolitischen Systeme und sicherlich eines der komplexesten. Trotz des Zusammenbruchs des Weströmischen Reichs im fünften Jahrhundert n. Chr. existierte das Oströmische Reich weitere tausend Jahre und entwickelte sich zum Römischen Reich des Mittelalters, heute bekannt als Byzantinisches Reich oder verkürzt auch nur Byzanz. Als die byzantinische Hauptstadt 1453 n. Chr. an die Osmanen fiel, blieben viele der sozial-ökologischen Strukturen Byzanz's bestehen oder wurden als Reaktion auf die sehr vielfältigen und instabilen Lebensräume des Mittelmeerraumes sogar weiterentwickelt.

Diese einzigartige Kontinuität angesichts natürlicher Herausforderungen wie instabiler Niederschlagsmuster, extremer Winter oder generationenlangen Dürren macht den östlichen Mittelmeerraum zu einem der besten Labore für die Erforschung der Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt und klimatischen Veränderungen. Ziel der ByzRes-Gruppe ist es, die oströmische Welt als Fallstudie für die Entwicklung einer neuen Methodik zu nutzen, die traditionelle Methoden der historischen Forschung mit denen der Naturwissenschaften, insbesondere der Paläoökologie und Paläoklimatologie, vereint. Die Gruppe besteht aus Spezialisten und Spezialistinnen für Byzantinische und Osmanische Studien sowie für Palynologie, Ökologie und Mathematik. Die Gruppe wird Bohrungen in Seen und Mooren in Griechenland und der Westtürkei durchführen und mit der Analyse von Eigentums- und Steuerdokumenten aus byzantinischen und osmanischen Archiven kombinieren. Durch die Gewinnung naturwissenschaftlicher und historischer Daten aus den gleichen Gebieten kann ByzRes ein ganzheitlicheres Verständnis des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur erreichen. Zur Integration ihrer Erkenntnisse wird die Gruppe speziell entwickelte qualitative und quantitative Methoden einsetzen.

Zentralmazedonien (das Gebiet der ersten Studie): (1) Mögliche Stellen für wissenschaftliche Studien; (2) Gebiet, das durch byzantinische Archive abgedeckt wird (rot); (3) Gebiet, dass durch Osmanische Steuerregister abgedeckt wird (grün). Bild vergrößern
Zentralmazedonien (das Gebiet der ersten Studie): (1) Mögliche Stellen für wissenschaftliche Studien; (2) Gebiet, das durch byzantinische Archive abgedeckt wird (rot); (3) Gebiet, dass durch Osmanische Steuerregister abgedeckt wird (grün).
 
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