Untersuchung der Variation der Korngrößen bei prähistorischer Gerste in Zentralasien

29. April 2021
Gerstenfeld im Kotschkor-Tal, Kirgisistan

In den letzten zehntausend Jahren hat Gerste den Menschen quer durch die gesamte alte Welt begleitet und sich dabei an extremere Umwelten angepasst als jede andere Kulturpflanze. Von den Fjorden im hohen Norden Europas bis zum Dach der Welt in Tibet ist Gerste für Menschen, die sich in extremen Ökosystemen ansiedeln, die Pflanze der Wahl geblieben. Durch die archäobotanische Untersuchung von Pflanzenresten an archäologischen Stätten weiß man heute vieles über die Routen und den zeitlichen Ablauf der Ausbreitung der Gerste. Die Art und Weise wie frühe Bauern die Kulturpflanze nutzten, und die Prozesse, die ihre Anpassung vorantrieben, sind jedoch noch weitgehend unerforscht.

Geerntete Gerste im zentralasiatischen Hochland (a, c); Purpurkörnige Gerste als evolutionäre Anpassung an das hochintensive UV-Licht in Berggebieten (b)

Um herauszufinden, welche Triebkräfte für die Veränderungen der Größe der Körner in den Gerstenpopulationen im Laufe der Zeit ausschlaggebend waren, haben Wissenschaftler/-innen der Universität Vilnius und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in einer aktuellen Studie Größe und Form alter Gerstenkörner aus Europa und Zentralasien verglichen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Körner in Zentralasien allmählich größer wurden, parallel zu ähnlichen Größenzunahmen in Europa. Darüber hinaus fanden sie heraus, dass die frühen Gerstenkörner aus Zentralasien als Reaktion auf neuartige Umgebungeneinzigartige kompakte Morphotypen ausbildeten.

Weiteren Informationen zu den Ergebnissen der Studie und den Schlußfolgerungen der Wissenschaftler/-innen finden Sie auf unserer englischen Webseite.

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