Curriculum Vitae

Prof. Dr. Johannes Krause

Johannes Krause (Jahrgang 1980) ist gebürtiger Thüringer. Er promovierte 2008 im Fach Genetik an der Universität Leipzig. Anschließend arbeitete er am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, bevor er 2010 eine Juniorprofessur am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen übernahm, 2013 wurde er dort auf den weltweit einzigen Lehrstuhl für Archäo- und Paläogenetik berufen. 2014 nahm Johannes Krause den Ruf als Gründungsdirektor ans Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena an, wo er die Abteilung für Archäogenetik aufbaute. Seit 2015 ist er auch Honorarprofessor für Archäo- und Paläogenetik an der Universität Tübingen, seit 2016 auch Direktor des Max-Planck – Harvard Forschungszentrum für die archäologisch-naturwissenschaftliche Erforschung des antiken Mittelmeerraums (MHAAM) und seit 2019 Professor für Archäogenetik am Institut für Zoologie und Evolutionsforschung an der Friedrich-Schiller-Universität, Jena. Infolge der Neuausrichtung der Max-Planck-Institute für Menschheitsgeschichte in Jena und für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig, ist Johannes Krause im Juni 2020 als Direktor an das Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig umberufen worden; Bis Ende 2021 soll der Umzug der Abteilung für Archäogenetik nach Leipzig abgeschlossen sein. Bis dahin leitet Johannes Krause seine Abteilung in Jena kommissarisch.

Im Mittelpunkt der Forschung von Johannes Krause steht die Analyse von alter bis sehr alter DNA mit Hilfe der DNA-Sequenzierung. Zu seinen Forschungsgebieten zählen neben anderem Krankheitserreger aus historischen Epidemien sowie die menschliche Evolution. Er wirkte unter anderem an der Entschlüsselung des Erbguts des Neandertalers mit, wobei ihm der Nachweis gelang, dass Neandertaler und der moderne Mensch dasselbe Sprachgen (FOXP2) teilen. Im Jahr 2010 gelang ihm erstmalig der Nachweis einer neuen Menschenform, dem Denisova Menschen anhand von genetischen Daten aus einem sibirischen Fossil. In seiner Arbeit zur Evolution historischer Infektionskrankheiten konnte er nachweisen, dass die meisten heutigen Pesterreger auf den mittelalterlichen Schwarzen Tod zurückzuführen sind.

Johannes Krause ist Kollegiat der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und wurde mit dem AAAS Newcomb Cleveland Prize ausgezeichnet. Er ist korrespondierendes Mitglied des Center for Academic Research & Training in Anthropogeny (CARTA) und des Deutschen Archäologischen Instituts.

Ein aktuelles Publikationsverzeichnis finden Sie hier.

Lebenslauf Johannes Krause [PDF]

Zur Redakteursansicht