Ursprünge der Evolutionsforschung in Jena

Interdisziplinäre Evolutionsforschung hat in Jena eine lange Tradition: Hier entstanden vor rund 150 Jahren die berühmten Sprachstammbäume August Schleichers sowie die wahrscheinlich noch bekannteren Stammbäume der Arten Ernst Haeckels.

 

Matthias Jacob Schleiden, Direktor des Botanischen Gartens in Jena, akzeptierte als einer der ersten Botaniker die Evolutionstheorie und setzte sie für die Anthropologie um; er sah in der kulturellen Entwicklung des Menschen die Fortschreibung seiner biologischen Evolution. [mehr]

Profil

Das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte betreibt Grundlagenforschung auf dem Gebiet moderner analytischer Methoden mit dem Ziel einer integrierten Wissenschaft der Menschheitsgeschichte. Es schlägt dabei eine Brücke zwischen den Geschichts- und Naturwissenschaften. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, wie Biologie, Linguistik, Anthropologie und Geschichte entwickeln gemeinsam innovative Methoden insbesondere in den Bereichen Gensequenzierung, Sprachdatenbanken, Bioinformatik und Phylogeographie. Mit diesem durch und durch interdisziplinären Ansatz soll es gelingen, Fragen zur Menschheitsgeschichte zu beantworten, die bisher als schwierig, wenn nicht sogar unlösbar erschienen.

Das Institut wurde im März 2014 gegründet und besteht aus drei wissenschaftlichen Abteilungen. Der Abteilung Archäogenetik (Direktor Johannes Krause), der Abteilung Archäologie (Direktorin Nicole Boivin) und der Abteilung Sprach- und Kulturevolution (Direktor Russell Gray) sowie zwei unabhängigen Max-Planck-Forschungsgruppen, der Eurasia3angle Group (Leiterin Martine Robbeets) und der Minds and Traditions Group (Leiter: Olivier Morin). Am Institut arbeiten derzeit rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund 120 von ihnen im wissenschaftlichen Bereich und in den Laboren. Weitere ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den Serviceabteilungen, Bibliothek, IT, Infografik, Pressearbeit und Verwaltung tätig. (Stand Nov. 2016)

Mit der Gründung und dem Aufbau des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena erhält die Evolutionswissenschaft einen Ort, an dem Fragen zur Entwicklungsgeschichte vielfältiger biologischer und kultureller Phänomene mit modernsten (natur-)wissenschaftlichen Methoden beantwortet werden und kehrt zugleich zu ihren Ursprüngen in Deutschland zurück.



 
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