Feldforschung

Das Aufschwemmen und Filtern von Sand zur Gewinnung von Pflanzenresten am Strand von Pemba, Tansania. Bild vergrößern
Das Aufschwemmen und Filtern von Sand zur Gewinnung von Pflanzenresten am Strand von Pemba, Tansania.
Mahilaka, Ausgrabungsstätte auf Madagaskar Bild vergrößern
Mahilaka, Ausgrabungsstätte auf Madagaskar


Forschungsthemen

Biologische und kulturelle Vielfalt: Menschliche Gesellschaften sind heute bunt, vielfältig und kosmopolitisch. Diese außergewöhnliche Vielfalt ist das Ergebnis von Tausenden von Jahren der Bevölkerungsausbreitung, Migration und Vermischung. Fächerübergreifende Forschung in Archäologie, Molekulargenetik und Sprachwissenschaft ermöglicht heutzutage wichtige neue Einblicke in die Prozesse und Faktoren, die die heutige biologische und kulturelle Vielfalt geprägt haben, zu gewinnen. Unsere Forschung hat nicht nur Auswirkungen auf das Verständnis historischer Prozesse, sondern auch auf die evolutionären, epidemiologischen, sozialen und politischen Folgen der Vielfalt des Menschen. Die Abteilung für Archäologie wird eine Reihe von neuartigen Verfahren nutzen, um die Rolle der menschlichen Mobilität, Migration und Vermischung auf das komplexe Geflecht der Diversität, die heute unsere Art charakterisiert, zu erkunden.

Das Anthropozän: Die Veränderung der Ökosysteme durch den Menschen findet heutzutage zu einem beispiellosen Ausmaß statt, mit einer großen Bandbreite von Auswirkungen auf Lebensräume, Artenvielfalt, Klima- und Ökosystemdienstleistungen. Nichtsdestotrotz sind anthropogene Veränderungen von Ökosystemen nicht neu, und die archäologische Forschung hat in den letzten Jahrzehnten bis dahin unbeachtete Ebenen historischer ökologischer Veränderung aufgezeigt. Historische Aktivitäten des Menschen haben grundlegende Auswirkungen auf unser Verständnis, wie wir heutzutage Modellökosysteme verstehen und modellieren; und sie erfordern eine breitere Auseinandersetzung mit Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern. Die Abteilung für Archäologie wird eng mit den Kollegen in den Umweltwissenschaften zusammenarbeiten, um besser zu verstehen, wie die Menschheit ihre Umgebung auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Ebenen verändert hat, und dabei die Verteilung der Arten und die Landschaftsformen umgestaltet und neue Ökosysteme geschaffen hat.

Klima und Gesellschaft: Das Zusammenspiel von Klimawandel und Veränderung der menschlichen Gesellschaft ist ein wichtiger Schwerpunkt der Forschung in der modernen Welt, der die zunehmende Besorgnis der Menschen über die Auswirkungen des aktuellen globalen Klimawandels widerspiegelt. Paläoumwelt und archäologische Aufzeichnungen ermöglichen einen langfristigen Blick auf die Geschwindigkeit und das räumliche Ausmaß des Klimawandels in verschiedenen Ökosystemen, und sie legen die ökologischen, evolutionären und menschlichen Folgen des Klimawandels über viele Jahrtausende offen. Die Abteilung für Archäologie wird die Beziehung zwischen Prozessen des klimatischen, evolutionären und kulturellen Wandels erkunden und dabei auf einzigartige globale Datensätze aus den hyper-ariden bis hyper-feuchten Regionen von Asien, Afrika und anderswo zurückgreifen.

Globalisierung: Die Globalisierung treibt Gesellschaften zu immer höheren Niveaus der wirtschaftlichen und sozialen Integration; sie schafft auch die Voraussetzungen für kulturelle Zerstörung, soziale Konflikte und ökologischen und ökonomischen Zusammenbruch. Das Verständnis und die Vermittlung der Auswirkungen der Globalisierung heutzutage erfordert ein Verständnis für ihre Geschichte und den Ursprung von historisch weitreichenden Netzwerken des Zusammenspiels von Handel, Austausch und Migration. Diese ursprünglichen, globalisierten Netzwerke verwandelten Gesellschaften grundlegend und schufen einerseits die Grundlage für die weltoffenen und vielfältigen Gesellschaften von heute; andererseits sind sie auch Ursache für die ethnischen und kulturellen Konflikte, die gleichermaßen die globalen Bindungen charakterisieren. Die Abteilung für Archäologie wird neue Methoden nutzen, um die Globalisierung der Prozesse der antiken Welt zu erkunden. Ziel ist es zu verstehen, wie sich Verbindungen über große Distanzen hinweg entwickelt haben, die heutzutage gemeinsame Schauplätze der Interaktion, der Kreuzung, des Austausch, des Konflikts und der ökologischen Veränderung sind.

 
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